Wenn man ein Bild zuschneidet, kann das Ergebnis viel besser werden. Man entfernt Störendes, rückt das Wichtige in den Vordergrund und gibt dem Bild Ruhe. Es kann aber auch schiefgehen: Auf einmal fehlen die Hände eines Kindes, die Füsse einer Person, oder der Kopf wirkt, als wäre er oben abgesägt worden. Meist merkt man es erst später, und dann ist das Bild verdorben.
Nicht an den Gelenken schneiden
Eine einfache Faustregel lautet: Schneide nie genau an einem Gelenk. Wenn der Schnitt durch ein Knie, ein Handgelenk, einen Ellbogen oder den Hals geht, wirkt der Körper unnatürlich abgetrennt. Schneide lieber dazwischen, zum Beispiel in der Mitte des Oberschenkels oder des Unterarms. Dann sieht der Ausschnitt gewollt aus, und das Auge sucht das Fehlende nicht.
Lass über dem Kopf ein wenig Luft. Ein Kopf, der genau am oberen Rand klebt, wirkt eingeengt. Ein kleiner Abstand darüber macht das Bild ruhiger. Bei Porträts ist es meist schöner, wenn die Person leicht zur Seite blickt und du in Blickrichtung etwas mehr Raum lässt. Der Blick hat dann Platz, und das Bild atmet.
Hände erzählen viel. Wenn sie etwas Wichtiges tun, etwa Brot kneten, Blumen halten oder ein Kind an der Hand nehmen, sollten sie ganz im Bild sein. Sind sie nicht wichtig, dann schneide sie ganz weg und nicht nur zur Hälfte. Bei Gruppenbildern prüfe jede Person am Rand: Fehlt jemand ein Ohr, ein Arm, ein Teil des Gesichts, verschiebe den Ausschnitt ein wenig.
Denke auch an die Verwendung. Ein Bild für ein Fotobuch, eine Karte oder ein kleines Rähmchen braucht ein anderes Format als ein Bild für den Bildschirm. Schneide deshalb nicht blind auf ein bestimmtes Format zu, sondern prüfe, ob das Motiv darin noch gut Platz hat. Ein kleiner Schritt zurück beim Fotografieren erleichtert später jeden Zuschnitt.
Zum Schluss sieh dir das Ergebnis auf einem grösseren Bildschirm an. Was auf dem Telefon in Ordnung wirkt, fällt dort oft anders auf. Bewahre das Original auf, damit du im Zweifelsfall einen neuen Ausschnitt wählen kannst. Wenn du ein Bild für ein Fotobuch oder einen Ausdruck vorbereitest, lass etwas mehr Rand stehen, weil beim Drucken manchmal ein schmaler Streifen wegfällt.